Reisetipps - Rechte beim Fliegen
(Gepäck, Überbuchung, Verspätung, Annullierung)

 

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Wer in den Urlaub fliegt, sollte einige Rechte kennen, damit eine Panne, die immer mal eintreten kann, nicht gleich zum Fiasko wird. Hier einige Tipps:

Buchung des Flugs

Schon bei der Flugbuchung kann es Probleme geben.

  • Bei Pauschalreisen
    kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, wenn es um die Fluglinie geht. Sie müssen bei so einer Reise die Gesellschaft akzeptieren, die der Veranstalter vorgesehen hatte. Hatte Ihnen ein Reiseveranstalter eine bestimmte Fluggesellschaft zugesichert, müssen Sie im Zweifelsfall auch beweisen können! Bedenken wegen technischer Mängel bei der Fluggesellschaft müssen Sie beweisen können.
    Mängel müssen nachweislich beim Veranstalter angezeigt werden (Zeugen usw.). Der Hotelportier ist da uninteressant.

  • Bei Charterflügen
    ist es ähnlich wie bei Pauschalreisen, der Vertrag kommt mit dem Veranstalter zustande und nicht mit der Fluggesellschaft. Bei Nichtinanspruchnahme von gebuchten Plätzen wird Ihnen der Flugpreis nicht erstattet, die Buchung kann auch nicht von anderen Personen in Anspruch genommen werden.

  • Bei Linienflügen
    kann es auch noch Probleme geben. Ich hatte über ein Online-Reisebüro einen Linienflug nach Los Angeles mit der Lufthansa gesucht und wurde auch fündig. Selbst bei den Flugscheinen wurde ich noch nicht stutzig, weil der Flug eine 4-stellige Lufthansa Flugnummer hatte. Erst Beim Einchecken in Frankfurt wurde mir klargemacht, dass ich zwar eine Lufthansa Flugnummer habe, aber der Flug im Rahmen der Star Alliance von United Airlines geflogen wird!

Änderung Flugzeiten und Rückbestätigung

Schon bei der Flugbuchung kann es Probleme geben.

  • Rückbestätigungen
    Rückbestätigungen kommen hauptsächlich bei Pauschalreisen und Charterflügen vor, weil die Fluggesellschaft die Auslastung ermitteln will, sind aber juristisch umstritten. Wird dabei ein anderer Flugtermin genannt, setzen Sie sich unbedingt noch mit Ihrem Veranstalter in Verbindung und lassen Sie sich die Veränderung bestätigen.

  • Änderung Flugzeiten
    müssen nicht in jedem Fall akzeptiert werden. Insbesondere bei Linienflügen muss Ihnen die Fluggesellschaft einen akzeptablen Ausweichtermin nennen können, ansonsten können Sie die Rückerstattung der Flugkosten verlangen.

Überbuchung

Bei Überbuchung des Flugs gibt es bei Entfernungen bis 1.500 km eine Entschädigung in Höhe von 250 Euro und bei bis zu 3.500 km 400 Euro, wenn es innerhalb der EU ist. Bei längeren Strecken und außerhalb der EU sind es 600 Euro. Gibt es nur eine Verzögerung um wenige Stunden, können diese Beträge noch gekürzt werden.
Sie dürfen aber auch eine Rückerstattung des Flugpreises verlangen oder eine andere Beförderung zum Zielort fordern.
In der Zeit bis zum nächsten Flug muss Ihnen die Fluggesellschaft kostenlos Getränke und Mahlzeiten reichen. Gegebenenfalls auch eine Übernachtung bereitstellen!

Annullierung

Hier gelten im Prinzip die ähnlichen Bedingungen, wie bei der Überbuchung.

Verspätung

Bei geringen Verspätungen des Abflugs (Untergrenze 2 Stunden) haben Sie Anspruch auf Mahlzeiten und Getränke und die Möglichkeit sich mit Hilfe der Telekommunikation mit Ihrem Zielort in Verbindung zu setzen.
Erst bei Verspätungen von über 5 Stunden muss die Fluggesellschaft die Erstattung des Flugtickets oder eines kostenlosen Rückflugs anbieten.
Bei Pauschalreisen muss man die AGBs des Veranstalters beachten, da es hier keine einheitlichen Regeln gibt.

Gepäck

Wie viel Gepäck Sie mitnehmen dürfen, hängt vom Zielland und von der Fluggesellschaft und auch von der Reisedauer ab. Auch hinsichtlich der Frage Freigepäck je Ticket gibt es unterschiedliche Regeln von Airline zu Airline. Kompliziert wird die ganze Sache gar bei Billigfluglinien, Ferienfliegern und Pauschalreisen. Hier kann man nur den Rat geben: Vorher erkundigen und möglichst keine zu großen Koffer verwenden, sowie das gesamte Gepäck minimieren. Erst recht kompliziert wird es, wenn sperriges Gepäckgut im Spiel ist, wie z.B. Surfbretter und Ähnliches. Einige Beispiele sollen dieses Chaos andeuten:

  • In der Regel gilt, dass man bis 20 kg Gepäck (ohne Begrenzung der Stückzahl) kostenlos je Ticket mitnehmen kann, 30 kg bei Busines Class und 40 kg bei First Class. Zuzüglich angemessenes Handgepäck.

  • Oft gibt es auch Begrenzungen, für das Maximalgewicht eines einzelnen Gepäckstücks, bzw. dessen Ausmaßen! Vorher erkundigen! Umpackaktionen am Flughafen können nicht nur nerven, sondern echt teuer werden, wenn man erst noch kleiner Koffer nachkaufen muss!

  • Bei Langstreckenflügen (z.B. USA und Kanada) darf man in der Regel nur 2 Gepäckstücke mit maximal 23 kg je Einzelstück mitnehmen und leichtes Handgepäck (Econnomy Class). 32 kg sind es bei Busines Class und First Class. So bei United Airlines oder Lufthansa.

  • Delta Airlines und American Airlines gestatten generell in allen Klassen nur 2 x 23 kg Freigepäck, dafür aber bis zu 18 kg Handgepäck.

  • Ferienflieger, wie Condor oder LTU lassen auf manchen Routen ab 29 Reisetagen statt 20 kg gar 30 kg Freigepäck zu.

Hinweis

Ich gebe hier Tipps. Betrachten Sie bitte diese Hinweise nicht als Rechtsberatung. Dazu sind die Reisebedingungen viel zu kompliziert. Betrachten Sie es als Anregung, was man alles bedenken sollte.

Schadensregulierung

Schon im Unfallland muss man an die Schadensregulierung für zu Hause denken. Am Besten mit Versicherer sofort Kontakt aufnehmen.

  • Totalschaden
    Droht ein Totalschaden ist Kontakt mit Versicherer besonders wichtig, weil die Rücktransportkosten besonders hoch sind. Von Versicherung anerkannter Sachverständiger muss das prüfen, damit eventuell gleich Verschrottung vor Ort eingeleitet werden kann. Sie könnten auf den Transportkosten sitzen bleiben, wenn ein Totalschaden erkennbar war, denn Sie haben die Pflicht, die Schadenskosten minimal zu halten.
  • Reparatur vor Ort
    Hier gilt auch der Grundsatz: Erst Rücksprache mit Versicherer, denn es könnte sein, dass der Versicherer erst einen Gutachter einschalten will.
  • Schadensregulierung selbst
    Als Geschädigter müssen Sie selbst die Schadensersatzansprüche geltend machen. Da das im Ausland recht kompliziert sein kann und oft lange dauert, solle man hier einen Experte (meist Rechtsanwalt für Verkehrsrecht einschalten. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ist hier recht sinnvoll, die aber auch fürs Ausland gelten muss.
    Nehmen Sie keinen Anwalt, müssen Sie Ihr Anspruchsschreiben in der Sprache des ausländischen Versicherers einreichen. Schicken Sie alle Unterlagen (Unfallskizze, Fotos, Rechnungsbelege) per Einschreiben mit Rückschein. Senden Sie aber nur die Kopien. Originale müssen Sie als Beweis für ein mögliches Verfahren bei sich behalten.
    Müssen Sie Schadensersatzansprüche gegen eine Person einreichen, weil es keine Versicherung gibt, nehmen Sie in jeden Fall einen Rechtanwalt!
  • Schadensrecht
    Es kommt immer das Schadensrecht des Landes zur Geltung, in dem auch der Unfall stattfand. Deshalb fallen häufig Schadensersatzansprüche (besonders bei Personenschäden) im Ausland häufig sehr niedrig an. Es kann daher sinnvoll sein, die eigene Vollkaskoversicherung zur Schadensregulierung hinzuzuziehen. Problem ist dann aber, dass Sie den Rückstufungsschaden von der ausländischen Versicherung nicht ersetzt bekommen. Hier gilt es klug zu kalkulieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Tipps geben und wünsche, dass sie nie in so eine Situation geraten.

Hinweis:
Für die Richtigkeit der Angabe über nehme ich keine Gewähr, da sich auf diesem Gebiet zu schnell Änderungen ergeben können, und ich leider nicht immer auf dem Laufenden sein kann.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2008

 

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