Fliegen mit Kindern und Babys - Einige Tipps und Hinweise

 

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Fliegen ist bereits für viele Erwachsene eine enorme Herausforderung. Das Problem der Flugangst kann durch entsprechende Seminare bekämpft werden. Kinder spüren sehr schnell, wenn Sie selbst Angst vor dem Fliegen haben und diese Angst überträgt sich doppelt auf die Kinder. Sind Sie deshalb selbst ruhig und bedenken Sie immer: Eine belebte Straßen überqueren ist meist gefährlicher, als ein Transatlantikflug. Trotzdem muss man bei der Mitnahme von Kindern einiges beachten:

Gültigkeit der Ausweise kontrollieren.

Dabei nicht nur an die Gültigkeit der Kinderausweise denken, sondern auch prüfen, ob in den eigenen Unterlagen die Kinder eingetragen sind. Zusätzlichen Stress am Flughafen sollte man vermeiden. Je nach Einreiseland gibt es unterschiedliche Bedingungen. Wenn es das Reisebüro nicht sicher weiß, erkundigen Sie sich beim Auswärtigen Amt.

Platz reservieren

Es gibt auf jedem Flug nur eine begrenzte Anzahl von kostenlosen Babysitzen (bis max. 10 Kilogramm Körpergewicht), die man unbedingt schon bei der Buchung reservieren sollte. Die Babykörbchen werden in der Frontreihe vor der Wand aufgehängt (englische Bezeichnung: Bulk Head), mit dem Vorteil, dass Sie haben keine Passagiere vor sich haben und die Kinder dort auch mehr Raum zum Spielen haben.

Kindermahlzeiten bei Buchung bestellen

Kinder und Babys brauchen andere Nahrung als Erwachsene. Viele Fluglinien bieten eine Reihe spezieller Mahlzeiten für ihre jungen Fluggäste an, von der Babynahrung bis zum Kinderessen wie Spaghetti oder Chicken Nuggets. Das Essen ist einfacher zu handhaben und wird in kleineren, leicht zu essenden Portionen serviert. Spezielle Ernährungspläne können bei Bedarf ebenfalls berücksichtigt werden, zum Beispiel bei Unverträglichkeiten. Auf Wunsch serviert das Kabinenpersonal spezielle Kost für Kinder zuerst, damit Eltern ihren Kindern helfen können und danach erst ihre eigene Mahlzeit genießen können. Bitten Sie Bordpersonal um Hilfe, denn es ist speziell geschult und kann z.B. auch beim Babyfläschchen anrichten, sterilisieren und Babyessen erwärmen, und sogar beim Windeln wechseln helfen.

Vorher Kinderarzt besuchen

Fliegen stellt hohe Anforderungen an das System Mund - Rachen - Nase -Ohren, bedingt durch den Druckausgleich beim Steigflug und die im Flieger immer vorhandene trockene Luft, die die Schleimhäute austrocknet. Deshalb ist es vorteilhaft, einen Tag vor dem Flug nochmals beim Kinderarzt reinschauen. Liegt bereits eine leichte Erkältung vor, sogar noch eher. Keine Impftermine unmittelbar vor Abflug legen. Impfkomplikationen können schon mal leichtes Fieber hervorrufen. Fliegen Kinder gar allein, Flugbegleiter vorher über solche Probleme informieren.

Bequeme Anreise wählen

Wählen Sie bei Reisen mit Kindern einen bequemen Anreiseweg zum Flugplatz. Eine lange Autofahrt kann bereits für die Kinder eine Strapaze sein. Dazu kommt noch der ganze Rummel am Flughafen mit Check in und meist noch langen Wartezeiten bis zum Abflug. Besser einen Tag vorher anreisen und bereits abends einchecken. Das spart Nerven.

Direktflug oder Stopover?

Wenn Sie mit Kindern reisen, sollten Sie sich noch intensiver erkundigen, ob es Direktflüge sind, oder ob noch Umsteigeaktionen notwendig sind. Die Entscheidung, direkt zu fliegen oder einen Zwischenstopp einzulegen, sollten Sie von der Streckelänge, sowie dem Alter und dem Temperament Ihres Kindes abhängig machen. Sollten Sie bei einem Langstreckenflug längere Zwischenstopps einplanen, so können Sie auf den großen Flughäfen viele Möglichkeiten finden, wie Sie Ihr Kind beschäftigen können. Erkundigen Sie sich vorher, ob es beim Stopover Möglichkeiten zum Sehen und Staunen, Spielen und Toben gibt. Als weitere Alternative besteht die Möglichkeit ein Transithotel am Flughafen zu nutzen. Das heißt, Sie mieten stundenweise das Hotelzimmer und können in Ruhe entspannen, duschen oder abschalten. Klären Sie solche Fragen vorher in Ihrem Reisebüro.

Nutzen Sie Nachtflüge.

Bei Nachtflügen bleiben die Kinder in ihrem gewohnten Schlafrhythmus. Außerdem hat man dann meist nicht soviel Probleme, wenn die Kinder im Flugzeug umhertollen wollen, was von anderen Fluggästen oft nicht toleriert wird.

Für Vorräte sorgen

Packen Sie immer mehr Pflegeartikel ein, als Sie normalerweise für die Dauer der Flugreise benötigen. Denn manchmal kommt es zu Verspätungen und dann sind zusätzliche Vorräte notwendig, insbesondere bei Wickelutensilien, Milchfläschchen und Milchpulver.

Auf bequeme Kleidung achten

Die Kabinentemperatur ist oft etwas knapper bemessen, als es Ihr Kind von zu Hause gewohnt ist. Ziehen Sie ihrem Kind bequeme Sachen übereinander an, um sie je nach Bedarf an- oder ausziehen zu können. Nehmen Sie außerdem Wechselkleidung mit ins Handgepäck, falls Ihr Kind etwas verschüttet. die Sachen sollten bequem und strapazierfähig sein. Sie sind auf einem Flug und nicht bei einer Modenschau. Das sollten auch Erwachsene sich vorhalten.

Spaßfaktor betonen

Stellen Sie so einen Flug als großes Abenteuer dar. Machen Sie aber keine leichtsinnigen Versprechungen. Den Flugkapitän zu begrüßen, oder gar das Cockpit zu besuchen ist meist nicht mehr möglich. Ersparen Sie dem Kind große Enttäuschungen. Es wird umso überraschter sein, wenn es die Crew von allein anbietet.
So lange Sie nicht im Flieger drin sind, lassen Sie die Kinder ruhig sich noch etwas austoben. Bereiten Sie die Kinder in Gesprächen darauf vor, dass man im Flieger sich viel auf seinem Sitzplatz aufhalten muss, um andere Fluggäste nicht zu stören. Ärgernis ist häufig das Wackeln mit dem Sitz, denn Sie werden es auch nicht angenehm empfinden, wenn dadurch Ihr kleines Tischchen mit den Getränken hin und her schwankt und das Getränk auf der Hose landet. Erklären Sie ruhig schon zu Hause Ihrem Kind, wie so ein Flugzeug funktioniert, was es mit den Sitzen so auf sich hat und dass es nicht Angst haben muss, wenn es z.B. beim Start mal laut wird.

Für Zeitvertreib sorgen

Nehmen Sie angemessen Spielzeug, vor allem Malbücher mit, damit das Kind während des langen Fluges beschäftigt werden kann. Versteifen Sie sich nicht auf elektronisches Spielzeug, weil oft nicht zugelassen wird. Viele Fluggesellschaften halten aber auch Spielzeug bereit, wenn Sie wissen, dass Kinder an Bord sind.
Trotzdem kommt es immer wieder mal zu Problemen an Bord. Wenn Kinder anfangen zu schreien, verlieren Sie nicht auch noch die Nerven. Die Flugbegleiter merken sehr schnell, wenn sie helfend eingreifen müssen.

Toilette und Trinken

Klingt komisch, gehört aber irgendwie zusammen. Lassen Sie Kinder nie allein auf Toilette gehen! In den engen Räumen bekommen Kinder oft Platzangst. Kommen Sie aber bitte nicht auf den Gedanken, deshalb den Kindern wenig zu trinken zu geben! Gerade Kinder sollten genügend trinken, weil Kinderkörper nicht so große Flüssigkeitsreserven haben. Auch Kinder können bei Flüssigkeitsmangel Thrombosen bekommen!

Start und Landung

Start und Landung sind nicht nur für die Besatzung Stress, sondern speziell auch für Kinder. Durch den Steigflug (bzw. Sinkflug) kommt es wegen des gestörten Druckausgleichs zu Problemen in den Ohren. Während der Erwachsene instinktiv schluckt, vergessen dass die Kinder oft. Der Druck auf die Ohren und die oft lauten Geräusche können Angstzustände hervorrufen. Älteren Kindern geben Sie Bonbons (saure Drops regen den Speichelfluss zum Schlucken an) oder Kaugummis. Jüngeren Kinder und Babys geben Sie in dieser Zeit das Fläschchen, einen Nuckel oder stillen Ihr Baby noch. Durch das Schlucken beim Trinken kommt es automatisch zum Druckausgleich im Ohr.
Wichtig 1:
Gerade bei Kindern sollte für einen guten Druckausgleich die Nase frei sein. Deshalb vor dem Abflug abschwellende Nasentropfen geben. Aber auch während des Fluges sollte mit Kochsalzlösung (Spray aus der Apotheke) die Nase gut befeuchtet werden.

Wichtig 2:
Nicht nur bei Start und Landung, sondern auch während des Fluges (ganz besonders bei Langstreckenflügen) ist viel Trinken wichtig. Gerade Eltern versuchen fälschlicherweise die Kinder am trinken zu hindern, weil der Gang zur Toilette gescheut wird. Aber auch diese Bewegung ist sehr wichtig.

Kinder allein Fliegen lassen

Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 16 Jahren dürfen übrigens auch ohne Begleitung alleine als so genannte "Unaccompanied Minors" fliegen. Dazu muss ein besonderes Formular vom Erziehungsberechtigten ausgefüllt werden. Ihr Kind wird von Flughafen-Mitarbeitern ab Check-in Schalter durch den Sicherheits-Check zum Flugsteig und an Bord begleitet und bei Landung wieder direkt vom Flugzeug abgeholt. Während des Fluges kümmern sich die Flugbegleiter um Ihr Kind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Tipps geben und wünsche einen angenehmen Flug.

Letzte Aktualisierung: 03.09.2008

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