Reisekrankheiten - Erste Hilfe

 

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Wer in den Sommermonaten in warme Länder in die Mittelmeerregion reist, sollte sich bewusst sein, dass er in ein Reizklima fährt. Vor allem in der Türkei oder in Tunesien können in den Monaten Juli und August leicht mal Temperaturen von 40C und mehr erreicht hat. Wer erhebliche gesundheitliche Probleme, insbesondere Herzkreislauf oder Niere (viel trinken), hat, sollte sich so eine Reise gründlich überlegen und unmittelbar mit seinem behandelnden Arzt darüber sprechen. Ich setze auch voraus, dass jeder Reisende für seine Krankheit ausreichend Medikamente für die Reisezeit mitnimmt. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass man Medikamente nachkaufen kann!

Abgesichert in den Urlaub: Nicht ohne Krankenversicherung

Allgemeine Empfehlungen

Impfempfehlungen:
Generell: Tetanus/Diphtherie. In Risikogebieten/bei Risikogruppen: Hepatitis-A und -B.
Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor Antritt der Reise über eventuelle Änderungen der Impfempfehlungen. Auskünfte unter www.fitfortravel.de.

Krankenscheine:
Reisende nach Spanien (und alle anderen europäischen Länder) müssen beachten, dass ab 01.01.2005 die bisherigen Auslandskrankenscheine nicht mehr gültig sind! Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse, ob Ihre Chipkarte schon auslandstauglich ist.

Zur Sicherheit, wenn Sie in den Urlaub fliegen!

Es deutet sich nach den Ereignissen im August 2006 an, dass man kaum noch Flüssigkeiten im Handgepäck von mitgenommen werden dürfen. Wenn Sie lebenswichtige Medikamente in Flaschen oder Spraydosen wegen der Einnahmezeiten im Handgepäck mitnehmen müssen, lassen Sie sich das schriftlich (am besten mehrsprachig) von Ihrem Arzt (zur Sicherheit sogar vom Amtsarzt) bestätigen!

Gesundheitliche Gefahren

Rund um das Mittelmeer gibt es einige gesundheitliche Gefahren die in den von mir besuchten Ländern Spanien, Tunesien und Türkei ähnlich hoch waren. Ohne eine Reihenfolge in der Bewertung sind dies:

  • Hepatitis A (Gelbsucht)
    Wird durch "Schmierinfektion übertragen ähnlich Grippe durch direkten Körperkontakt, oder aber auch durch ungewaschenes Obst und nicht richtig zubereitete Meeresfrüchte. Man kann sich dabei leider auch in Top-Hotels anstecken. Deshalb sollte man sich vorher impfen lassen, auch wenn es Kassen nicht bezahlen.
  • Hepatitis B
    Wird nur durch direkten Blutkontakt (oder andere Körperflüssigkeiten) übertragen. Impfung möglich.
  • Hautverletzungen
    Meine Erfahrungen besagen, dass es sowohl an den Stränden Spaniens, als auch Tunesiens und der Türkei besser ist, im Wasser im Badeschuhe zu tragen. Selbst kleinere Rissverletzungen an Steinen können durch Infektionen des nicht immer sehr sauberen Meerwassers (in unmittelbarer Strandnähe) zum Problem werden. Hilft auch gegen das versehentliches Treten von Seeigeln.
  • Hakenwürmer und Sandflöhe
    Die Badeschuhe bringen noch bessere Hilfe beim Weg vom Meeresufer zurück zur Liege. Rund um das Mittelmeer lauern im Sand der Strände Hakenwürmer und Sandflöhe, die sich in der durch das Meerwasser aufgeweichten Haut schnell verbeißen und in die Haut eindringen können. Während die Sandflöhe "nur unangenehm jucken, können Hakenwürmer üble Mitesser im Darm werden. Wer einige Wochen nach dem Mittelmeerurlaub ständig matt und sich ausgelaugt fühlt, sollte den Arzt über die Möglichkeit des Hakenwurmbefalls informieren.
  • Leishmaniose
    Ein sehr unbeliebtes Urlaubsandenken ist die Leishmaniose (Dehli- oder Orientbeule). Sie wird von Sandmücken auf den Menschen übertragen. Ohne Behandlung führt diese Krankheit in der Regel zum Tode. Da die Sandmücken kleiner als normale Mücken sind und fast geräuschlos fliegen, werden sie nicht so ernst genommen. In der Morgen- und Abenddämmerung auf ausreichenden Mückenschutz achten!
  • Pappataci-Fieber (Sandfliegen-Fieber)
    Sehr verbreitet im Mittelmeerraum (Italien, Portugal, Spanien, Zypern, griechenland, Türkei und Tunesien). Die Infektion erfogt über Sandfliegen. Die Sandfliegen können auch Nutztiere wie Schafe und Rinder sowie Nagetiere und Fledermäuse infizieren, die das Virus dann auf Menschen übertragen. Die Inkubationszeit beträgt ca. 36 Tage. Bemerkmar macht sich das durch Symptome, wie plötzlicher, schneller Fieberanstieg, Kopfschmerzen, oft auch Übelkeit und Erbrechen. Es kann zusätzlich zu einer Hirnhautentzündung kommen. Bei einigen Patienten wurden Lähmungen und Bewusstseinstrübungen beobachtet. Der Schutz vor Sandfliegenstichen muss wie bei den sandmücken sein, da eine Schutzimpfung derzeit nicht zur Verfügung steht.
  • Spinnen, Skorpionen und Schlangen
    Rings ums Mittelmeer gibt es eine ganze Reihe von giftigen Spinnen, Skorpionen und Schlangen. Bester Schutz ist das Tragen von festem Schuhwerk. Skorpione und Spinnen lieben dunkle Verstecke. Deshalb Sachen nie direkt auf den Boden leben und vor dem Anziehen gut ausschütteln. Wenn man gebissen wurde, Wunde nicht aussaugen oder ausschneiden, sondern nur desinfizieren, betroffene Gliedmaße ruhig stellen und dann ab zu einem Arzt.
Bei den oben genannten Gefahren kann man recht gut vorbeugen, man muss nur die die Gefahr ernst nehmen. Es gibt aber auch keinen Grund zur Panik.

Durchfallerkrankungen

Ungewohntes Essen (oft mit viel Öl oder zu scharf) oder unhygienische Bedingungen können vor allem in südlichen Reisegebieten schnell zu Durchfall führen. Bedingt durch hohe Temperaturen können sich aber selbst bei scheinbar guten hygienischen Verhältnissen Keime rasend schnell entwickeln. Bei Durchfall kommt es schnell zu starkem Flüssigkeits- und Mineralienverlust (je kleiner die Kinder besteht sogar schnell Lebensgefahr), der zu erheblichen Kreislaufbeschwerden führen kann.

  • Deshalb gilt es, ganz schnell verlorene Flüssigkeit und Mineralien zu ersetzen.
  • Bevorzugt wird in letzter Zeit ein spezielles Fruchtsaft-Mixgetränk.
    Mix: 1 Glas reiner Apfel- oder Orangensaft aus der Flasche, ein Liter Mineralwasser aus der Flasche, ein Teelöffel Salz und 10 Teelöffel Zucker gut durchrühren und immer regelmäßig in kleinen Schlücken trinken.
  • Cola und Salzstangen tun es zur Not auch. Wird vor allem von Kindern gern genommen.
  • Bei anhaltendem Durchfall mit Kindern nach einem Tag, bei Erwachsenen spätestens nach 3 Tagen.
  • Nicht unbedingt sofort zu Medikamenten greifen, weil mit dem Stuhl auch viele Keime ausgeschieden werden, die den Körper nicht mehr belasten können. Stopfende Medikamente, wie Imodium akut, verhindern das, obwohl es auch mein bevorzugtes Mittel ist, wenn es schon mal passiert ist.




Am Besten hilft jedoch vorbeugen:
  • In warmen Ländern wenig oder nie rohes Obst oder Gemüse essen!. Da selbst das Wasser oft schon mit Keimen belastet ist, wird selbst gewaschenes Obst und Gemüse zur Gefahr.
  • Selbst bei Früchten wie Wassermelonen kann man nie sicher sein, weil sie oft mit "Wasser aufgespritzt werden", damit die Früchte schwerer sind. Die Gefahr lauert besonders auf großen Märkten.
  • Am Besten immer nur industriell abgepacktes Eis essen, obwohl auch dort Gefahr besteht, wenn die Kühlkette unterbrochen war.
  • Wasser immer abkochen oder aus industriell abgefüllten Flaschen trinken. Gilt auch für das Wasser beim Zähne putzen.

Schlangenbisse

Wichtigster Grundsatz: Durch richtiges Verhalten überhaupt erst Mal Schlangenbisse vermeiden:

  • Einheimische fragen, wo die Schlangengefahr besteht und wie hoch sie ist. Gefahrengebiete eben meiden.
  • Festes Schuhwerk anziehen. Wer gar im Unterholz unterwegs ist sollte sogar hohe Schnürschuhe oder noch besser Stiefel anziehen.
  • Fest auftreten, denn Schlangen flüchten lieber, wenn sie können. Schlangen niemals in die Enge treiben.
Wenn es dann trotzdem passiert ist, gilt:
  • Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Keine Hektik.
  • Bissopfer in Ruhelage bringen, damit Kreislauf auf Sparflamme läuft. Das trifft erst recht auf den gebissenen Körperteil zu.
  • Wenn vorhanden, möglichst mit Telefon oder Handy Hilfe holen. Wenn nicht vorhanden, dann mit Bissopfer schnell zu einem Arzt. In Risikogebieten sollte man sich über Rettungsmöglichkeiten vorher informieren.
  • Beim Biss in Bein oder Arm gehen die Meinungen hinsichtlich des früher empfohlenen Abbindens auseinander. Es wird zurzeit geraten, nur Arm und Bein absolut ruhig stellen. Wer sich aber zum Abbinden entschließt sollte nur einen Arzt das Abbinden beenden lassen.
  • Vom Ausbrennen und vom Aussaugen der Bisswunde wird eigentlich von allen Experten abgeraten.



Tierbisse

Wichtigster Grundsatz: Durch richtiges Verhalten überhaupt, wie Schlangenbiss, Bissattacken vermeiden:

  • Einheimische fragen, wo die Gefahr bestehen und wie hoch sie ist. Gefahrengebiete eben meiden.
  • Auch hier gilt festes Schuhwerk anziehen. Wer gar im Unterholz unterwegs ist sollte sogar hohe Schnürschuhe oder noch besser Stiefel anziehen.
  • Wenn Sie nicht gerade zur Tierbeobachtung unterwegs nie leise durchs Unterholz pirschen, denn selbst Raubtiere flüchten eher.
Wenn es dann trotzdem passiert ist, gilt:
  • Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Keine Hektik.
  • Bissopfer in Ruhelage bringen, damit Kreislauf auf Sparflamme läuft. Das trifft erst recht auf den gebissenen Körperteil zu.
  • Bisswunde mit Seifenwasser einige Minuten lang gründlich auswaschen. Wenn vorhanden möglichst mit hochprozentigem Alkohol (gut sind 70%) oder mit Jodtinktur oder ähnlichen antiseptischen Mitteln nach waschen. Wunde keimarm abdecken.
  • Wenn vorhanden, möglichst mit Telefon oder Handy Hilfe holen. Wenn nicht vorhanden, dann mit Bissopfer schnell zu einem Arzt. In Risikogebieten (Tollwut) sollte man sich über Rettungsmöglichkeiten vorher informieren.
  • Vom Ausbrennen und vom Aussaugen der Bisswunde wird eigentlich von allen Experten, wie bei Schlangenbissen, abgeraten.

Was gehört in die Reiseapotheke?

Hier habe ich Tipps zusammengetragen, was alles in die Reiseapotheke so rein gehört.
Zu den Reiseapothekentipps

Organentnahme

Ein wichtiges Thema ist die Frage der Organentnahme. Bekannt ist, dass es viel zu viele Menschen gibt, die nicht bereit sind, nach Ihrem Tode Organe für die Transplantation zu spenden, um die lange Liste der Menschen zu verringern, die auf eine Organtransplantation angewiesen sind. In Deutschland kann so eine Organentnahme nur erfolgen, wenn der Tode einen Organspendeausweis bei sich hatte, oder wenn die Angehörigen nach dem Tode einer Organentnahme zu stimmen. Was viele Urlauber nicht wissen: In den meisten Ländern gilt, dass jeder geeignete Tode zur Organspende herangezogen werden kann, wenn er nicht ausdrücklich dagegen widersprochen hat. Die Gesetze in vielen Ländern (darunter sehr viele Urlaubsländer der Deutschen) erlauben, auch von Gästen des Landes im Falle des Todes Organe für die Transplantation zu entnehmen.
Wer also im Ausland Urlaub macht, und auf keinem Fall zur Organspende herangezogen werden möchte, muss eine Art Transplantationspass bei seinen Dokumenten mit sich führen, der eine Entnahme verbietet. Auf der Seite www.dvzag.de kann man sich in ein Register eintragen lassen, dass für bestimmte Länder die Organentnahme verhindern soll. Es sind dies die Länder:

  • Österreich
  • Belgien
  • Frankreich
  • Finnland
  • Italien
  • Luxemburg
  • Norwegen
  • Portugal
  • Spanien
  • Slowenien
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Bulgarien
Trotzdem, sollte man sich nicht auf das Register verlassen, und seine Widerspruchsverfügung mit in den Urlaub nehmen.

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