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Zecken - Was tun?

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Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgenden Tipps ersetzen auf keinen Fall eine medizinische Beratung, weil eine Selbstmedikation immer mit Risiko verbunden ist. Auch scheinbar harmlose natürliche Mittel können zu unbeherrschbaren Nebenwirkungen führen. Und wenn es nur eine Kreuzallergie bei Äpfeln ist, um nur ein Beispiel zu nennen.
Beachten Sie auch: Ich gebe meine Tipps aus besten Wissen und Gewissen. In vielen Fällen sind sich aber nicht mal die Experten einig. Das beste Beispiel sind die Ernährungstipps, die sich fast jährlich ändern.

Die Ausbreitung der Zecken in Deutschland nimmt immer mehr zu. Waren es früher nur die südlichen Gebiete, wie Bayern oder Baden-Württemberg, nimmt der Befall immer weiter zu. Schön kann man es bei Thüringen verfolgen. Vor wenigen galt nur ein Landkreis (Hildburghausen) als Risikogebiet galt. Jetzt sind es schon 3 (insbesondere entlang der Saale) mit zunehmender Tendenz.

Deshalb muss man langsam auch in den restlichen Gebiet Deutschlands an die Zeckengefahr denken.

Tipps zum Vorbeugen

  • Wer im Freien, insbesondere im Wald bei Wanderungen oder gar beim Pilze suchen unterwegs ist, sollte in jedem Fall lange Hosen und langes enganliegendes T-Shirt anziehen. Wer kurze Hosen an hat, sollte auf den Wegen bleiben und auf keinem Fall ins Unterholz gehen, denn dort sitzen die Zecken. Aber auch im hohen Gras in der Nähe der Wälder können schon infizierte Zecken lauern. Und auch bedenken, die Zecken werden schon ab Temperaturen über 6C aktiv!

  • Helle Kleidung stört nicht nur die Zecken, man kann dann nämlich besser sehen, wenn Zecken auf der Kleidung gelandet sind. Nicht damit die Zecken noch Zeit haben, bis zur bloßen Haut zu kriechen.

  • Wenn man sich vorher noch einreibt (z.B. Autan oder Amoskan), dürfte nicht mehr viel schief gehen. Besonders gut klappt das mit dem Spray. Autan hat jetzt auch ein Zeckentuch (Autan Active Tücher 10St. ca. 5,50 Euro) herausgebracht, dass durch den Duft die Zecken vertreiben soll. Ist besonders Platz sparend bei Wanderungen.

  • Wieder zu Hause, sollte man die Kleidung gut ausschütteln und die kritischen Stellen am Körper (z.B. Nacken) nochmals gut absuchen.

  • Eine vorbeugende Impfung gegen FSME (Frühsommer - Meningoenzephalitis) ist sehr zu empfehlen, weil diese Krankheit nicht mit Antibiotika behandelt werden kann!

  • Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Impfung nur, wenn man in einem Risikogebiet wohnt, oder in ein Risikogebiet in Urlaub fährt. Wer also öfter mal im Wald ist, oder einen Garten in Waldnähe hat, sollte sich impfen lassen. Sie können ja einen Urlaub in Bayern planen und sich impfen lassen. Wenn Sie doch nicht fahren, sind Sie wenigstens geschützt.

  • Bei Urlaub rechtzeitig ans Impfen denken, denn nach der ersten Impfung muss 1 - 2 Monate später nochmals geimpft werden. Ein länger bestehender Impfschutz entsteht erst, wenn die 3. Impfung nach einem Jahr erfolgte. Auffrischung der Impfung nach 3 Jahren.
    Bei kurzfristigem Urlausantritt gibt es Schnellimpfstoffe, die ebenfalls noch einen guten Schutz bewirken. Unbedingt den Arzt über den Reisetermin vorher informieren.

  • Wie bei allen Impfungen, kann es immer mal zu Nebenwirkungen kommen, wie Rötungen und kleine Schwellungen. Bei meinen bisherigen Impfungen gab es keine Nebenwirkungen.

Wenn es doch zum Zeckenbiss kam!

Dann nicht den Kopf verlieren und richtig handeln:

  • Wenn eine Zecke entdeckt wird, schnellstens entfernen. Mit einer gut schließenden Pinzette regelrecht aushebeln, ohne möglichst nicht die Zecke festdrücken, damit der Speichel und der Darminhalt nicht in die Wunde gedrückt werden.

  • Ich habe es noch nicht ausprobieren können, aber der "Tickner Zeckenentferner" soll sehr gut sein. Grund ist, dass das Gerät erst die Zecke vereist (kein Einspritzen mehr des gefährlichen Zeckenspeichels) und erst dann die Zecke entfernt.

  • Auf keinen Fall mit Nagellack oder Klebstoff die Zecke bedecken, wie es noch manchmal zu lesen ist. Im Todeskampf der Zecke passiert das Gleiche, als wenn sie zu fest zudrücken.

  • Woran erkennt man, dass nach einem Zeckenbiss eine Infektion mit FSME erfolgt ist? Im Durchschnitt 14 Tagen (3 bis 28 Tage) nach dem Zeckenbiss treten Grippe ähnliche Symptome auf, wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und sogar Schnupfen. bei einem Drittel der Patienten kommt es zu einem weiteren Schub der Krankheit, mit noch höherem Fieber, Nackensteifigkeit, Erbrechen und sogar zu Hirnhaut- und Rückenmarksentzündungen, die zu Lähmungen führen und sogar mit dem Tode enden können (5%)!

  • Da es sich bei FSME um eine Virusinfektion handelt, zeigen Antibiotika keine Wirkung.

  • Vorsicht ist für die über 50-Jährigen angesagt, da die Sterblichkeit 15 Mal größer ist, als bei Jugendlichen. Zwar ist bei Kindern die Sterblichkeit deutlich niedriger, aber auch dort kommt es oft zu ernsthaften Komplikationen.

Borreliose

Die Zecken können aber noch eine 2. Krankheit übertragen, die Borreliose:

  • Für die Borreliose gibt es zurzeit noch keinen Impfschutz.

  • Die Krankheitssymptome sind ähnlich wie bei der FSME mit Fieber, Kopfschmerzen und starker Abgeschlagenheit.

  • Tückisch bei der Borreliose ist, dass sie erst mehrere Wochen nach dem Zeckenbiss entstehen kann. Deshalb die Bissstelle beobachten, ob sie sich durch Rötung der Einstichstelle eine Entzündung ankündigt. Ausgehend von einem roten Entzündungsherd an der Bissstelle, dehnt sich die Entzündung kreisförmig aus. In dieser Phase kann man noch mit Antibiotika die Krankheit gut bekämpfen. Später verschwindet diese Rötung. Ab jetzt wird es besonders gefährlich, weil die Erreger vom Blut in die Nervenbahnen wechseln und von den Antibiotika nicht mehr erreicht werden!

  • Denn gefährlich bei der Borreliose sind Spätschäden, die am Zentralnervensystem auftreten können, aber auch Herz, Gelenke und Augen können betroffen werden. Es drohen Lähmungen bis hin zum Tod.

  • Da viele Zecken, im Gegensatz zur FSME, in allen Waldgebieten Deutschlands mit den Erregern (Bakterien) infiziert sein können, sollte man nach jedem Zeckenbiss einen Arzt aufsuchen, der abklärt, ob eine Infektion vorliegt und wie sie bekämpft wird! Hier eine Selbstindikation zu machen ist sträflicher Leichtsinn.

  • Hat die Infektion bereits die Nervenbahnen erreicht, hilft oft noch eine Therapie mit flüssigem Olivenblatt-Extrakt aus der Apotheke. Lassen Sie sich aber beraten.

Vorsicht beim Waschen:
Wie jetzt in einigen Medien berichtet (Oktober 2007) wird, haben Studien ergeben, dass ein normaler Vollwaschgang in den Sachen hängende Zecken nicht mit Sicherheit vollständig abtötet. Bei einem 30C oder 40C Waschgang ist das sogar vollkommen nachvollziehbar. Erst bei einer 60C- oder gar Kochwäsche kann man davon ausgehen, dass alle Zecken vernichtet wurden. Es macht daher Sinn, nach einem Walsspaziergang auch seine Wäsche vor dem Waschen nochmals gründlich nach Zecken abzusuchen!

Lassen Sie sich aber nicht nach diesen Zeilen den Waldspaziergang vermiesen. Als Ortswegewart Wandern und Radwandern komme ich oft durch Waldgebiete, aber die Zecken mgen mich wohl nicht.



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